Vorbereitung auf den globalen Crash

Sonntag, 17. Februar 2019

Beitrag geschrieben von Herrn DR. TASSILO WALLENTIN – Rechtsanwalt in Wien und Bestseller-Autor.

Die Zentralbanken haben 2018 so viel Gold aufgekauft wie seit 50 Jahren nicht mehr! Der Kaufrausch ist ein Alarmsignal: Das globale Finanz-System ist extrem gefährdet. Gold dient beim Crash als Zahlungsmittel. Es kann durch die Geldpresse nicht entwertet werden. Gold hat kein Zahlungsausfallrisiko – der ungedeckte Euro schon. Unsere Regierung schläft noch.

Die geopolitische Lage ist extrem prekär: ungeklärter Brexit, Italien-Frankreich-Konflikt, USA-Türkei-Konflikt, USA-China-Konflikt, Russland-USA-Konflikt über atomare Mittelstreckenraketen, Russland-Ukraine-Konflikt, NATO-Zerwürfnis, Iran-Sanktionen, NATO-Russland-Konflikt, um nur einige zu nennen.

Hinzu kommen gewaltige wirtschaftliche Risiken: Die Euro-Länder Griechenland, Spanien, Italien, Portugal und Frankreich sind pleite. Die 2500 Milliarden Euro Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt keine nachhaltige Wirkung. Die Banken sitzen weiterhin auf 900 Milliarden Euro an faulen Krediten. Und seit der Finanzkrise 2008 haben sich die westlichen Gesamtschulden um mehr als 40% erhöht. Sie wachsen schneller als die Wirtschaft. Bereits eine ernsthafte Krise etwa in Russland, China, der Türkei oder im Nahen Osten könnte über Nacht zum Crash führen. Paul Krugman -US-Wirtschaftsnobelpreisträger – sagte vor wenigen Tagen, dass der Euro-Raum jener Ort ist, der „der Rezession im Moment wirklich nahe kommt“. Anders ausgedrückt: Wir leben in einer der gefährlichsten Situationen, die am ehesten mit der Weltwirtschaftskrise von vor 90Jahren vergleichbar ist.

Aus diesem Grund haben die Zentralbanken 2018 so viel Gold gekauft wie seit Ende der Goldpreisbindung des Dollars 1971 nicht mehr. Der Kaufrausch ist alarmierend: Gold ist die wichtigste Währungsreserve. Es dient bei einem Crash als Zahlungsmittel. Es hat kein Zahlungsausfallrisiko und kann durch keine Druckpresse entwertet werden.

Der Euro hingegen ist eine reine Papierwährung; ein bunt bedruckter Schein eines überschuldeten Finanzsystems, sonst nichts. Er lebt vom Vertrauen der Anleger. Es gibt keine Strafen mehr für Defizitsünder wie Italien und Frankreich, die mit ihren hohen Schulden die Währung gefährden. Die EU hält sich nicht an ihre eigenen Regeln. Gefährlicher Rechtsbruch wird nicht mehr bestraft. Euro-Länder können mehr oder weniger sanktionslos die für die Stabilität des Euro zwingend festgelegten Schuldenobergrenzen ihrer Haushalte sprengen. Das ist der Freibrief für die Totalverschuldung. Das ist der Weg in den Währungs-Crash. Dass viele Euro-Staaten ihre astronomischen Schulden nie zurückzahlen werden, ist mittlerweile klar. Und im Unterschied zum US-Dollar steht hinter dem Euro keine Supermacht, die das ungedeckte Papiergeld notfalls militärisch verteidigen könnte. Österreichs Regierung schläft noch. Vom Aufstocken der Goldbestände ist keine Rede. Unsere Regierungsparteien streiten darüber, wer welchen Posten in der Nationalbank besetzten darf. Wie sagte Napoleon: „Österreich ist immer im Hintertreffen – um eine Armee, um ein Jahr, um eine Idee.“